Bark (Schiffstyp) Inhaltsverzeichnis Etymologie | Aufbau | Entwicklung der Viermastbarken | Bekannte Vertreter des Schiffstyps „Bark“ | Benennung der Takelage einer Bark | Literatur | Weblinks | NavigationsmenüCommons: Bark (Schiffstyp)4570541-0AKS
BarkSegelschiffstyp
SegelschiffstypRahsegelSchratsegelVollschiffenSchiffsbesatzungBarkeBugHeckReedereiF. LaeiszSchonerbarkenWelthandelsflotteLloydsregistriertUS-amerikanischerBritisch-NordamerikanischerFlaggeRiggAnse-du-FortkanadischenQuébecStapelBruttoregistertonnen (BRT)kalfatertesÄrmelkanalKlipperbarkFrankreichEisen-StahlschiffeWerftenRussell & Co.Port GlasgowGreenockSchottlandEisenschiffeDeutschlandF. LaeiszSchiffeLogisFockmastGroßmastGroßmastGroß-BramrahBesanmastRettungsboot
Bark (Schiffstyp)
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Bark Alexander von Humboldt
Die Bark ist ein Segelschiffstyp mit mindestens drei Masten, der an den vorderen Masten Rahsegel trägt, am letzten Mast dagegen nur Schratsegel. Die Bark war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Hochseefrachtschiff weit verbreitet.
Im Vergleich zu den an allen Masten mit Rahsegeln getakelten Vollschiffen hat die Bark ein deutlich günstigeres Verhältnis zwischen Segelfläche und damit Geschwindigkeit einerseits und der zur sicheren Bedienung notwendigen Größe der Schiffsbesatzung andererseits.
Inhaltsverzeichnis
1 Etymologie
2 Aufbau
3 Entwicklung der Viermastbarken
4 Bekannte Vertreter des Schiffstyps „Bark“
4.1 Bark
4.2 Viermastbark
4.3 Fünfmastbark
5 Benennung der Takelage einer Bark
6 Literatur
7 Weblinks
Etymologie |
Der Begriff „Bark“ benennt einen Dreimaster. Eine Bark mit einer größeren Anzahl an Masten heißt der Anzahl der Masten entsprechend Viermastbark oder Fünfmastbark. Eine zweimastige Variante bezeichnet man dagegen als Schonerbrigg oder Brigantine. Nicht zu verwechseln ist die Bark mit der Barke, insbesondere, da der Plural beider Wörter identisch ist.
Aufbau |
Bei der Dreimastbark heißen die Masten vom Bug zum Heck: Fockmast, Großmast und zuletzt Besanmast. Die Viermastbark hat an dritter Position den Kreuzmast. Bei der Fünfmastbark gibt es verschiedene Systeme:
Fockmast, Großmast, Mittelmast, Kreuzmast, Besanmast; (z. B. bei der København üblich)
Fockmast, Großmast, Mittelmast, Achtermast, Besanmast; (z. B. bei der Potosi üblich).
Bei der Potosi, einem frachtfahrenden Segelschiff der Reederei F. Laeisz, wird angeblich auch die Bezeichnung Laeisz-Mast für den vierten Mast verwendet. Barken mit mehr als fünf Masten gibt es nicht, wohl aber Schonerbarken.
Fünfmastbark Potosi unter vollen Segeln (vor 1920)
Gorch Fock, um 1933–1940
Entwicklung der Viermastbarken |
Es gab circa 440 Viermastrahsegler in der Welthandelsflotte, von denen um die 130 als Vollschiffe bei Lloyds registriert waren. Ein Großteil davon wurde von Beginn an als Viermastbark geführt, da Lloyds bis 1887 nicht generell zwischen den beiden Viermast-Besegelungsarten unterschied. 40 bis 50 Viermaster fuhren bis zu ihrem Ende als Viermastvollschiffe, die übrigen 390 bis 400 waren Viermastbarken, sei es von Anbeginn an oder als umgebaute Vollschiffe. Acht von ihnen waren aus Holz und fuhren anfänglich ausnahmslos unter US-amerikanischer oder Britisch-Nordamerikanischer beziehungsweise kanadischer Flagge.
Das erste Schiff mit dem Rigg einer Viermastbark lief am 28. Juli 1824 auf der Werft von Charles Wood in Anse-du-Fort (Île d'Orléans) in der kanadischen Provinz Québec vom Stapel. Das auf den Namen Columbus getaufte, 3.690 Bruttoregistertonnen (BRT) große Schiff war ein grob gezimmertes (engl. log ship = „Holzschiff“ oder „Klotzschiff“), nicht kalfatertes Holzschiff, das bei Ankunft zerlegt und wie die Ladung (6.300 tons) als Bauholz verkauft werden sollte. Entgegen ursprünglichen Plänen wurde es nach Kanada zurückbeordert und ging verloren.
Inzwischen wurde mit der Baron of Renfrew ein weiteres, deutlich größeres Exemplar gebaut (5.250 BRT) und 1825 nach Europa geschickt. Es strandete im Ärmelkanal und zerbrach. Das nächste Exemplar einer Viermastbark war die Great Republic, eine Klipperbark von vorher nicht erreichten 4.555 BRT.
Neben einer kleinen hölzernen Viermastbark aus Frankreich, dem einzigen Holzschiff dieses Typs aus Europa, wurden bis in die 1860er Jahre einige Dampfer in Viermastbarken umgebaut. Erst 1874 erfolgte wieder ein Holzneubau einer Viermastbark, der Ocean King. In den darauf folgenden Jahren wurden zunächst eiserne Viermastvollschiffe, dann 1877 die erste eiserne Viermastbark Tweedsdale gebaut. Sie war die kleinste je gebaute Einheit mit diesem Rigg (1.460 BRT). Die ersten Eisen- und Stahlschiffe kamen zunächst ausnahmslos von britischen, meist schottischen Werften. Rekordhalter ist Russell & Co. in Port Glasgow und Greenock (Schottland).
1882 wurden die ersten Eisenschiffe dieser Größe in Deutschland gebaut. Die Schiffsgröße stieg von anfänglich unter 2.000 BRT auf über 3.000 BRT. So waren alle für die Reederei F. Laeisz gebauten Viermastbarken über 3.000 BRT groß, bis auf die beiden ersten von knapp unter 3.000 BRT. Die größten Exemplare des Typs Viermastbark waren Brilliant (3.765 BRT, 1901) und Daylight (3.756 BRT, 1902). Erstere fuhr als Perkeo auch für F. Laeisz.
Bekannte Vertreter des Schiffstyps „Bark“ |
Bark Seute Deern
Bark |
Auswahl:
Gorch Fock (I), Baujahr 1933, Segelschulschiff, mit ihren Schwesterschiffen
Eagle, ex Horst Wessel, Baujahr 1936, heute Segelschulschiff der United States Coast Guard
Sagres, ex Albert Leo Schlageter, Baujahr 1937, heute Segelschulschiff der portugiesischen Marine
Mircea, Segelschulschiff der rumänischen Marine, Baujahr 1938
Gorch Fock (II), Baujahr 1958, Segelschulschiff der Deutschen Marine, Heimathafen: Kiel
Statsraad Lehmkuhl, 1914 als Segelschulschiff Großherzog Friedrich August gebaut, Heimathafen: Bergen, Norwegen
Alexander von Humboldt, Heimathafen: Bremerhaven, Deutschland, auf dem Rumpf des Feuerschiffes Reserve Sonderburg (Baujahr 1906) neu aufgebaut
Rickmer Rickmers, 1896 als Vollschiff gebaut, 1904 nach Kreuzmastbruch zur Bark umgetakelt, war als Sagres portugiesisches Segelschulschiff, heute Museumsschiff in Hamburg, Deutschland
Seute Deern, Heimathafen: Bremerhaven, Deutschland, ehemaliges Segelschulschiff, heute Museumsschiff.
HMS Endeavour, 1764 als Kohlenschiff gebaut (bis 1768 Earl of Pembroke), diente von 1768 bis 1771 James Cook bei seiner ersten Entdeckungsreise, getakelt war sie als Vollschiff
Viermastbark |
Auswahl:
Kruzenshtern, 1926 als frachtfahrendes Schulschiff Padua gebaut, Flying P-Liner, ab 1945 Sowjetunion, ab 1991 Russische Föderation, Heimathafen: Kaliningrad
Pamir, Flying P-Liner, 1957 im Hurrikan auf dem Nordatlantik gekentert
Passat, Flying P-Liner, Heimathafen: Travemünde, heute: Museumsschiff
Peking, Flying P-Liner, seit 30. Juli 2017 in Wewelsfleth zur Restaurierung
Pommern, Flying P-Liner, Museumsschiff in Mariehamn
Sedov, (russ. СЕДОВ), 1921 als Magdalene Vinnen II gebaut, ab 1945 Sowjetunion, ab 1991 Russische Föderation, Heimathafen: Murmansk
Sea Cloud, 1931 auf der Krupp Germaniawerft, Kiel, für Marjorie Merriweather Post als private Hochseeyacht (Hochzeitsgeschenk) unter dem Namen Hussar II gebaut.
Fünfmastbark |
Es gab nur sechs Schiffe dieses Typs:
France, 3.784 BRT, 1890 in Glasgow für A.-D. Bordes & Fils gebaut, erste Fünfmastbark, 1901 gesunken
Maria Rickmers, 3.822 BRT, Auxiliarbark, 1891/92 bei Russell & Co., in Glasgow, gebaut, auf der Jungfernheimreise verschollen
Potosi, 4.027 BRT, Flying P-Liner (F. Laeisz), 1895 gebaut, 1925 nach Brand versenkt
R.C. Rickmers, 5.548 BRT, Auxiliarbark, 1906 gebaut, 1917 unter britischer Flagge versenkt
France, 5.633 BRT, 1911 gebaut, 1922 gestrandet
København, 3.901 BRT, 1921 gebaut, dänisches Auxiliarsegelschulschiff, nach dem 22. Dezember 1928 verschollen
Benennung der Takelage einer Bark |
Bark
1 Vor-Royalstag | 56 Vor-Obermarsrah | 113 Groß-Bramstag |
Literatur |
- Jens Kusk Jensen: Handbuch der praktischen Seemannschaft auf traditionellen Segelschiffen. Lizenzausgabe, Reprint. Heel, Königswinter 1998, ISBN 3-89365-722-3.
Weblinks |
Kategorien:
- Bark
- Segelschiffstyp
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